Suchen in Websites von Städten, Gemeinden und Kreisen

Publikationsdatum: 2026-11-04
Schlagwörter: Suchmaschine für Gemeinden, Suchmaschine für Kreise, Suchmaschine für Städte, Fachsprache, Behördensprache, Umgangssprache, generative KI

In Zeiten fortschreitender Digitalisierung ist es wichtig, dass staatliche Informationsseiten im Internet gut nutzbar sind. Das gilt besonders für die Suchbox auf Websites von Städten, Gemeinden und Kreisen. Das Suchproblem stellt sich für solche Websites mit besonderen Schwerpunkten dar, die im folgenden erklärt werden.

Fachsprache und Umgangssprache

Die Sprache der Suchenden weicht oft von der Sprache der Dokumente ab. Typischerweise verwenden Suchende Allgemeinsprache oder Umgangssprache, während die gesuchte Information in der Website oft in Fachsprache formuliert ist. Zugespitzt gesagt: die bürokratische Verklausulierung zusammen mit der oft veralteten Site-Suchmaschine verhindert das Auffinden wichtiger Informationen. Die Situation kann man verbessern durch bürgernäher geschriebene Texte und eine bessere Site-Suchmaschine. Um letzteres geht es in diesem Text. Ein Beispiel. Bürger suchen nach „Autozulassung“, in den Dokumenten gibt es aber nur „Kfz-Zulassung“. Eine häufige Suchanfrage ist bspw. „Perso verlängern“. Die meisten Suchmaschinen finden dann etwas zu PERSOnen und PERSOnal, aber nicht die Webseite zu „Verlängerung von Personalausweisen“. Eine Lösung ist, dass die verwendete Suchmaschine auch Begriffswissen für die Verbindung von Laienbegriff und Fachbegriff hat oder erschließen (inferieren) kann.

Behörden-Wegweiser (Ausschnitt)
Behörden-Wegweiser (Ausschnitt).
Behörden-Wegweiser (Ausschnitt)
Behörden-Wegweiser (Ausschnitt).

Anbindung an lokal wichtiges Wissen

Für Städte und andere kommunale Einrichtungen ist lokales geographisches Wissen wichtig. Wenn jemand Dienste in einem übergeordneten Stadtteil sucht, dann passt meist auch Dienst in untergeordneten Stadtteilen. Beispiel: Wenn man auf einer Webseite der Stadt Köln einen Dienst in Chorweiler sucht, dann passt auch einer in Fühlingen, weil Fühlingen ein Teil des Stadtbezirks Chorweiler ist. Ein anderes wissensbasiertes Beispiel ist die Suchanfrage „Burgen“ auf den Tourismusseiten eines Kreises. Dann will man die verschiedenen Burgen finden, egal ob sie Wasserburg oder Feste im Namen tragen (höhere Vollständigkeit der Suche), aber keine Seiten zu Schauburg, Lichtburg, Hochburg, Feste (im Sinne von das Fest) oder Herrn Burg (höhere Genauigkeit der Suche).

Metadaten

Zu jeder Seite einer Website gibt es sogenannte Metadaten. Am wichtigsten für Bürger:innen und Besucher:innen sind Schreibdatum und Dokumentenbereich. Diese sollten bei jedem Treffer klar angezeigt werden und eine Einschränkung über eine sogenannte Facetten-Navigation angeboten werden. Damit kann man sich schnell auf aktuelle Seiten (Einschränkung auf das Jahr 2026 o.ä.) oder auf relevante Dokumentenbereiche (bspw. aktuelle Meldungen, Dienstleistungen, Tourismus) konzentrieren.

Treffer-Aufbereitung

Jeder Treffer sollte einen zur Suchanfrage passenden Textausschnitt (Snippet) enthalten. Die Begriff, die zur Auswahl des Treffers geführt haben, sollen konsistent hervorgehoben werden (Highlighting). Bei obiger Beispiel-Suchanfrage „Perso verlängern“ wäre dann in einem möglichen Treffer z.B. „Verlängerung von Personal-Ausweisen“ hervorzuheben. Wenn Snippet oder Highlighting fehlen, muss man oft jeden Treffer anklicken und in jeder zugehörigen Webseite mit der Suchfunktion des Browsers erneut suchen. Dies ist eine abschreckende bürokratische Last, die heutzutage völlig unnötig ist.

Rechtschreibkorrektur

Wenn man schnell eine wichtige Information in der Website der Gemeinde sucht, vertippt man sich auch mal. Dann sind ein oder mehrere Korrekturvorschläge hilfreich. Diese sollten aber zu den Dokumenten passen. Wenn ein Düsseldorfer „Flindern“ tippt, ist es besser „Flingern“ (ein Stadtteil von Düsseldorf) vorzuschlagen als „Lindern“. Auf einer medizinischen Website ist es genau umgekehrt, und noch einen Schritt weiter: wenn dort jemand den korrekten Stadtteil-Namen „Flingern“ tippt, ist sogar ein Korrekturvorschlag „Fingern“ angebracht.

Interaktive Suchvorschläge

Viele sinnvolle Suchbegriffe in öffentlichen Websites sind lang. Da hilft es ungemein (und vermeidet nebenbei Rechtschreibfehler), wenn die Suchmaschine während des Tippens Suchvorschläge einblendet, die zur Website passen. Beispiel: bei Eingabe von „Recy...“ kann man gleich die möglichen Begriff der Website einblenden wie „Recyclinghof“.

Rolle von generativer KI

Da generative KI systembedingt immer Fehler machen kann (z.B. die sogenannten Halluzinationen), die ein Mensch kaum entdecken kann, verbietet sich eigenlich der Einsatz auf einer staatlichen Website. Zur Klarstellung: auch eine normale Suchmaschine und symbolische KI machen Fehler und zeigen dann Suchtreffer an, die für die Suchanfrage nicht hilfreich sind. Der Unterschied zu Fehlern der generativen KI ist aber, dass der Mensch (meist leicht) erkennen kann, dass dieser Suchtreffer nicht weiterhilft und irrelevant ist. Dahingegen halluziniert eine generative KI beispielsweise, dass eine bestimmte Dienststelle heute bis 18 Uhr geöffnet ist, auch wenn das nicht aus den Dokumenten der Gemeinde hervorgeht. Und die Bürger stehen verärgert vor verschlossenen Türen. Der generativen KI ist das herzlich egal, nicht aber den Verantwortlichen der Gemeinde.

Wir haben übrigens eine Suchmaschine für eine deutsche Großstadt aufgesetzt, die alle obigen Punkte zu berücksichtigen versucht. Kontaktieren Sie uns, falls Sie einen Testzugang haben möchten.

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